Die Formel 1 der Speedboote: Kurioses aus dem Rennsport

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Richtig gelesen: Es gibt eine Formel 1 der Speedboote. Mit einem Regelwerk und einem Wettkampf wie dem in der Formel 1. Doch lesen Sie selbst…

Der Weltdachverband Unique International Motonautique, der UIM, nennt die Formel 1 Speedboats die schnellsten mit einem Aussenborder angetriebenen Boote für Rundkurse weltweit.

Auch als F1 H2O bekannt, sind die Rennen mit diesen rasanten Raketen in der Tat nicht weniger spektakulär als die Formel 1 mit Ferrari, Red Bull und Mercedes.

Die F1 H2O mit ähnlichen Regeln

Wie bei der Formel 1 so wird auch bei der F1 H2O das Rennwochenende mit einem freiem Training eingeläutet.

Danach folgt zweimal ein Zeittraining mit höchstens 17 Runden je Fahrer. Das dient zugleich als Qualifikation und entspricht Q1 und Q2 in der Formel 1.

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Auch auf dem Wasser machen die sechs schnellsten Piloten aus dem Zeittraining die besten Startpositionen beim sogenannten Shoot Out unter sich aus. Denn vor dem eigentlichen Rennen wird dazu ein Einzeltraining angesetzt.

Die Rennen, die auch mit einer Ampelanlage gestartet werden, dauern rund 60 Minuten, denn mehr Benzin fassen die Rennboote nicht.

Die schnellsten 10 Fahrer sammeln Punkte, wobei der Sieger 20 Punkte erhält, der zehntplatzierte Pilot noch einen.

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  • Die Formel 1 Speedboote tourt auch von einem Kontinent zum nächsten.

    Gestartet wurde unter anderem in Doha/Katar, in Portimao/Portugal, in Lahti/Finnland, in St. Petersburg/Russland, in Kiew/Ukraine, in Shenzhen/China, in Abu Dhabi/VAE sowie in Stralsund.

    Auch die Wasser Formel 1 ist ein Teamsport!

    Ebenfalls wie bei der Strassen-Formel 1 gehen je Team immer zwei Speedboote an den Start.

    Reifen werden zwar nicht in 2 Sekunden gewechselt, dafür ist die Mechaniker-Crew in der Lage zwischen den Trainingseinheiten, der Qualifikation und dem Rennen, quasi alles zu reparieren oder auszutauschen, was beschädigt wurde.

    Speedboot Rennen beim F1 H2O: nur für harte Piloten

    Überdies ist die Formel 1 Speedboote ungleich härter als die Strassenversion.

    Die Schläge duformel 1 speedbooterch die Wellen und das Kielwasser der anderen Rennteilnehmer spüren die Skipper ungedämpft.

    Es gibt keine abfedernden Reifen oder ein Fahrwerk, das abgestimmt werden könnte!

    Trotzdem rasen die Rennpfeile mit ihren Mercury 2-Takt-V6 Aussenbordmotoren mit 2,5 Liter Hubraum mit Spitzengeschwindigkeiten deutlich jenseits der 200 km/h über das Wasser.

    Die Beschleunigung der Doppelrumpfboote von 0 auf 100 km/h liegt unter 3 Sekunden – schneller als die Strassen-Formel 1.

    Ermöglicht wird dies durch die Aussenborder: Diese Kraftpakete liefern satte 400 PS! Das sind also etwa 1 PS je Kilogramm Gewicht der Boote.

    Übrigens: der bislang schnellste Bootsrennfahrer in der F1 H2O ist der Italiener Guido Cappellini, der mit 256,26 km/h geblitzt wurde.

    Ausgefeilte Technik sorgt für Sicherheit bei den Formel 1 Speedbooten

    Speedboote der Formel 1 werden als Katamaran konstruiert, also mit zwei parallel angeordneten Rümpfen.

    formel 1 speedbooteDiese Bauweise ermöglicht selbst in engen Kurven Geschwindigkeiten oberhalb von 180 km/h.

    Allerdings bergen derart rasante Manöver immer ein Unfallrisiko. Insbesondere Überschläge kommen vor und sind gefürchtet. Fliehkräfte wie in einem Kampfjet wirken dabei auf die Skipper ein.

    Da Wasser bei derartigen Geschwindigkeiten wie Beton wirkt, sind ausgefeilte Sicherheitscockpits Pflicht.

    Darin ist ein cleveres Airbagsystem installiert. Dieses schützt zum einen den Fahrer, sorgt aber zugleich dafür, dass das Boot nicht sinken kann.

    Zudem wird bei einem Unfall eine Flutklappe geöffnet. Auf diese Weise wird die Heckkammer geflutet, sodass das Boot wie eine Boje im Wasser steht, das Cockpit oben.

    Die Bauweise der F1 H2O Rennboote

    Zum Bau dieser Katamarane werden Karbonfieber sowie Kevlar verwendet, was den Rumpf federleicht macht.

    Die derzeit angesagten Hersteller BaBa sowie DAC liefern Boote mit einer Gesamtlänge von rund 5 Metern, bei einer Breite von 2 Metern. Das Gewicht dieser nautischen Rennboliden beträgt aber lediglich 390 Kilogramm.

    Austragungsorte der Formel 1 Speedboote

    Speedboote reagieren empfindlich auf Wellen und sind in einer Brandung nicht einsetzbar.

    Darum werden ruhige, breite Flüsse, Seen und geschützt liegende Buchten ausgewählt, um die Rundkurse mittels Bojen abzustecken.

    Beim Kursdesign sind weite sowie enge Kurven und gelegentlich auch Serpentinen eingeplant, genau wie gerade Streckenabschnitte, auf denen Höchstgeschwindigkeiten gefahren werden.

    Also auch das ganz ähnlich wie in der „richtigen“ Formel 1.

    Die Formel 1 Speedboote ist rasant, aufregend und zuschauerfreundlich

    formel 1 speedbooteDie Rundkurse der Formel 1 Speedboote gehören zu den Inshore Rennen. Das sind Wettbewerbe, die bequem und gut vom Ufer aus zu beobachten sind.

    Bei Offshore Rennen – motorisiert oder unter Segeln – bekommen die Zuschauer zumeist nur den Start und den Zieleinlauf mit, was bei der Formel 1 H2O glücklicherweise nicht der Fall ist.

    Dieser überaus zuschauerfreundliche Sport hat sich zum Familien-Event entwickelt.

    Während die Kinder im Wasser planschen oder Sandburgen bauen, erleben die Eltern rasanten Motorsport auf dem nassen Element. Und dies mit ungehinderter Sicht, denn von den Zuschauerrängen ist der gesamte Rundkurs einsehbar.

    Im Gegensatz zur Strassen-Formel 1: Dort bekamen Zuschauer in Monaco, Singapur oder Barcelona Vettel, Leclerc und Verstappen nur auf kurzen Sektoren zu sehen bekommen.

    Übrigens: Die Superstars der Formel 1 Speedboote sind der US-Amerikaner Scott Gillman und die F1 H2O-Legende Guido Cappellini.

    Der immer gut aufgelegte Italiener hält den Geschwindigkeitsrekord dieser Bootsklasse und hat bereits 9 Mal die Weltmeisterschaft der Formel 1 Speedboote für sich entscheiden können.