Schwanger Auto fahren: Was muss ich alles beachten?

Schwangere Frauen gehen in der Regel sehr vorsichtig durch den Alltag – das gilt auch beim schwanger Auto fahren. Sie wollen sich und ihr ungeborenes Kind möglichst gut schützen. Wer sich belastbar fühlt und von seinem Arzt keine anderslautende Anweisung erhalten hat, kann sich aber auch während der Schwangerschaft hinter das Steuer eines Autos setzen.

Die landläufig verbreitete Meinung, dass Schwangere es unbedingt vermeiden sollten, selbst zu fahren, erweist sich aus der Sicht vieler Experten als haltlos. Dennoch sollten sie ein paar Dinge beachten. Welche das sind, haben wir für Sie zusammengefasst. Sie wollen wissen, welches Auto für Sie am besten ist, wenn Sie viele Kinder haben? Wir zeigen Ihnen, auf was Sie achten müssen.

Schnallen Sie sich an – auch in der Schwangerschaft

Für alle Insassen eines Autos gilt die Gurtpflicht. Sie ist auch für Schwangere die beste Möglichkeit, um sich bei einem Aufprall, einer Gefahrenbremsung und gefährlichen Fahrmanövern zu schützen. Es ist nicht ratsam, sich allein auf die schützende Wirkung des Airbags zu verlassen.

Der Gurt ist enorm wichtigDer Touring Club Schweiz (TCS) verweist darauf, dass beide Mechanismen in Kombination den besten Schutz entfalten. Gemeinsam verringern sie demnach die Verletzungsgefahr um bis zu 70 Prozent. Deswegen ist es auch keine Option, den Airbag wissentlich abzuschalten, was in der Regel für alle Plätze ausser dem Fahrersitz möglich ist. Für das Fahren ohne Sicherheitsgurt fällt übrigens ein Bussgeld von 60 Franken an, wenn der Verstoss geahndet wird.

Während wir uns im Alltag den Sicherheitsgurt relativ sorglos umlegen, sollten schwangere Frauen vor dem Losfahren genau auf die richtige Platzierung achten. Denn Auswertungen bisheriger Unfälle sowie Crashtests mit speziellen Dummys, die eine Schwangerschaft simulieren, haben in der Vergangenheit gezeigt, dass ein zu stark auf den Bauch drückender Sicherheitsgurt bei einem Unfall schwere Verletzungen oder infolge einer Ablösung der Plazenta lebensbedrohliche Situationen verursachen kann.

Adapter halten den Sicherheitsgurt in der richtigen Position

Allgemeine Tipps verschiedener Mobilitätsclubs lauten: Den unteren Teil des Gurts unterhalb des Bauches durchzuführen, sodass er eng am Becken anliegt. Um sicherzugehen, können Sie den Beckengurt sanft nachziehen. Der Schultergurt sollte zwischen den Brüsten durchgeführt werden. Wichtig ist ausserdem, dass Sie die Rückenlehne möglichst steil stellen und dass Sie den Fahrersitz möglichst weit nach hinten schieben. Das ist notwendig, damit vom Airbag im Zweifelsfall keine erhöhte Gefahr ausgeht und damit Sie genügend Platz haben, um das Lenkrad zu bewegen. Diese Tipps gelten selbstverständlich, auch wenn sie während Ihrer Schwangerschaft als Beifahrerin in einem Auto sitzen.

Eigens für Schwangere gibt es Gurtadapter. Sie halten den Sicherheitsgurt auf der empfohlenen Position. Die Systeme bestehen aus einem Sitzkissen und Elementen mit Klettverschlüssen, die den Beckengurt fixieren.

Wenn Sie ein solches System verwenden möchten, sollten Sie auf die Zulassung (ECE-R16) achten. Denn ungeeignete Systeme wie beispielsweise einfache Sitzkissen können die Verletzungsgefahr erhöhen. Sie sind in der Regel nicht für den Strassenverkehr zugelassen, da sie bei einer starken Belastung wegrutschen oder zusammensinken können.

Schwanger Auto fahren: Das sollten Sie bei Ihrem Zustand beachten

Wenn Sie schwanger sind und sich unsicher fühlen, sollten Sie es auch nicht tun. Das bedeutet, dass Sie eine Fahrt entweder nicht antreten sollten oder falls Sie sich bereits auf den Weg gemacht haben, das Fahrzeug abstellen und eine Pause einlegen sollten. Typische Symptome wie Schwindel, Unwohlsein und Übelkeit sollten Sie also auf keinen Fall ignorieren. Mit fortschreitender Schwangerschaft sollten Sie, sofern es möglich ist, gänzlich auf längeres Auto fahren verzichten.

Schwanger Auto fahren - Beim FahrenManchmal lässt es sich aber nicht vermeiden, dass Sie weite Strecken zurücklegen. Dann sollten Sie regelmässig spätestens nach zwei Stunden jeweils eine Pause einlegen. Bemerken Sie, dass Sie unkonzentriert und müde werden, sollten Sie dieses Zeitfenster nicht ausschöpfen und die Fahrt bereits früher unterbrechen.

Finden Sie günstige Markenreifen!

  • Um den Kreislauf wieder etwas in Schwung zu bringen und die durch das lange Sitzen belasteten Körperstellen zu lockern, eignen sich ein kleiner Spaziergang oder ein paar Dehnungsübungen, die Sie auf einem Parkplatz oder am Strassenrand durchführen können. Das geht übrigens auch im Stau, wenn Sie das Auto nicht verlassen können: Ziehen Sie dazu einfach Ihre Zehen hoch und drücken Sie die Fusssohlen fest auf den Boden.

    Trotz der regelmässigen Lockerungen kann es auf längeren Strecken sinnvoll sein, wenn Sie Kompressionsstrümpfe tragen. Achten Sie allerdings darauf, dass sie nirgendwo einschneiden. Das erhöht im Zweifelsfall die Gefahr einer Thrombose, statt sie zu senken.

    Tipps für Schwangere beim Auto fahren

    Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Wenn Sie ausreichende Mengen trinken, unterstützen Sie Ihren Körper und fördern die Fahrtauglichkeit. Wenn Sie nicht während dem Auto fahren trinken, sondern eine Pause dazu einlegen, können Sie diese nutzen, um sich etwas zu bewegen.

    Sollten Sie eine Vollbremsung einlegen müssen oder Sie sind in einen Unfall verwickelt, ist es wichtig, umgehend einen Arzt aufzusuchen, um sich und ihr ungeborenes Kind gründlich untersuchen zu lassen.

    Vor allem gegen Ende der Schwangerschaft sollten Sie längere Autofahrten sorgfältig planen. Erkundigen Sie sich, wo auf dem Weg Geburtskliniken liegen, die Sie im Notfall gut erreichen können.

    Fazit: Schwanger Auto fahren ist mit der richtigen Vorbereitung kein Problem

    Schwangere Frauen haben nicht nur das Recht, am Strassenverkehr teilzunehmen, sondern auch die Möglichkeit dazu. Es spricht nichts Grundsätzliches dagegen, dass Sie während der Schwangerschaft selbst ein Fahrzeug lenken. Dabei kommt es zunächst darauf an, ob Sie sich dazu in der Lage fühlen. Sind Sie fit und haben keine gesundheitlichen Einschränkungen, können Sie auf dem Fahrersitz Platz nehmen.

    Achten Sie auf die richtige Sitzposition und die korrekte Führung des Beckengurtes. Dieser sollte aus Sicherheitsgründen unterhalb des Bauchs verlaufen. Während der Fahrt sollten Sie ihren Zustand im Auge behalten, damit keine brenzligen Situationen entstehen.

    Verwandte Beiträge