Schalten? Wie man es richtig macht

«Auto fahren ist einfach, beim Schalten trete ich die Kupplung und schalte in den nächsten Gang, ohne meinem Motor zu schaden.» – Viele wissen nicht, was sie beim Schalten alles falsch machen.

Wollen Sie den Unterschied zwischen Automatik und manueller Schaltung wissen?

Was beim Schalten eigentlich passiert

Um überhaupt fahren zu können, braucht der Antriebsstrang ein gewisses Drehmoment, also eine Kraft, die auf ein drehbares Objekt wirkt.

Im Getriebe wird die Drehzahl von einem kleinen Zahnrad auf ein etwas grösseres übersetzt. Dadurch hat man ein grösseres Drehmoment aber gleichzeitig niedrigere Drehzahlen. Geben Sie mehr Gas und schalten Sie in den nächst höheren Gang, geht die Drehzahl runter. Schalten Sie aber in einen niedrigeren Gang, geht die Drehzahl wieder hoch und Sie können besser beschleunigen.

Schalten - Wie man es richtig macht - Wie beim Fahrrad
Die Schaltung im Auto funktioniert eigentlich wie bei einem Fahrrad

Das Ganze kann man sich wie bei einem Fahrrad vorstellen. Schalten Sie beim Fahren in einen höheren Gang, springt die Fahrradkette auf ein grösseres Zahnrad. Treten Sie nun in die Pedale kommen sie bei weniger Kraftaufwand viel weiter. Schalten Sie bei gleicher Geschwindigkeit einen Gang niedriger, springt die Kette auf ein kleineres Zahnrad und Sie haben ein deutlich höheren Kraftaufwand, um die Geschwindigkeit halten zu können – Sie arbeiten also mit einer höheren Drehzahl.

Was passiert, wenn ich nicht korrekt schalte?

Betätigen Sie den Schalthebel, bewegt sich im Inneren des Getriebes eine Schaltmuffe. Diese Schaltmuffe dient dazu, zwei Zahnräder miteinander zu verkuppeln, um somit in einen höheren oder niedrigeren Gang zu schalten. Dabei ergibt sich folgendes Problem: Während sich das eine Zahnrad mit Radgeschwindigkeit dreht, dreht sich das andere mit Motorgeschwindigkeit – sie drehen sich also unterschiedlich schnell. Um sich miteinander verbinden zu können, müssen sie auf die gleiche Drehzahl angepasst werden. Dafür sorgt ein Synchronring.

Schalten Sie zu schnell, hat der Synchronring keine Zeit, die Drehzahl des Zahnrads auf die Raddrehzahl anzupassen und der Synchronring reibt während des Schaltvorgangs stark am Zahnrad. Das erhöht den Verschleiss des Synchronrings und kann ihn – im schlimmsten Fall – brechen lassen. Die Späne, die beim Reiben entstehen, schwimmen anschliessend im Öl herum und verschmutzen es. Folglich können Lager im Getriebe und die Zahnräder nicht richtig geschmiert werden, was ebenfalls zu Schäden führt.

Ein häufiges Verschalten, also ein Schalten in den falschen Gang, kann zum vorzeitigen Verschleiss von Synchronringen, Dichtungen oder der Schaltmuffe führen. Legen Sie z.B. einen zu kleinen Gang ein, gerät der Motor beim Einkuppeln in eine Überdrehzahl. Die erhöhte Drehzahl aus dem hohen Gang wird mit voller Wucht auf den zu kleinen Gang übertragen. Das Fahrzeug wird stark abgebremst. Der stark erhöhte Drehzahlbereich schadet sowohl dem Getriebe als auch dem Motor.

Wie verhindere ich Schäden beim Schalten?

Dank der Kupplung, welche den Motor vom Getriebe trennt, können Sie den Gang wechseln, ohne die Zähne der Gänge abzunutzen. Treten Sie also in jeden Fall das Kupplungspedal richtig durch. Tun Sie das nicht, kann der Kraftschluss zwischen Motor und Getriebe nicht rechtzeitig oder nicht komplett getrennt werden und die Synchronringe sind nicht in der Lage, die Zahnräder auf die gleiche Geschwindigkeit anzupassen.

Der Rückwärtsgang ist eine eigene Geschichte
Wenn man den Rückwärtsgang einlegt, muss man unbedingt stehen

Vor dem Einlegen des Rückwärtsgangs muss das Auto unbedingt stillstehen, bevor Sie schalten – das Zahnrad des Rückwärtsgangs ist (meistens) nicht synchronisiert. Treten Sie die Kupplung schon kurz vor dem Einlegen, damit beide Zahnräder stillstehen.

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  • Achtung – das gilt auch für Autos mit Automatikgetriebe! Wird der Wahlhebel noch beim Rollen von «D» auf «R» gestellt, verschleissen die Bremsbänder und die Lamellenkupplungen im Inneren des Getriebes schneller.

    Lassen Sie auf keinen Fall die Hand auf dem Schalthebel liegen. Es mag cool aussehen, aber es belastet nicht nur die Schaltmuffe, Synchronringe und die verkuppelten Zahnräder, sondern auch die Getriebelager. Das Gleiche gilt übrigens auch für die Kupplung! Liegt der Fuss dauerhaft auf dem Kupplungspedal, erzeugen Sie eine unnötige Spannung und es kommt zu einem vorzeitigen Verschleiss.

    Wichtig ist es, regelmässige Wartungen durchführen, das Getriebeöl wechseln und das Getriebe auf Lecks überprüfen zu lassen. Das sorgt dafür, dass das Getriebe länger hält. Lassen Sie regelmässig die Kupplung und das Schaltgestänge untersuchen, um weitere Schäden am Getriebe zu vermeiden.

    Hören Sie ungewöhnliche Geräusche, oder merken Sie, dass Sie nicht sauber schalten können, suchen Sie Ihre Werkstatt auf und lassen Sie das Getriebe untersuchen!

    Wie merke ich, wenn meine Kupplung den Löffel abgibt?

    Im Normalfall sind die Bauteile einer Kupplung sehr langlebig und gehen kaum von alleine kaputt. Die falsche Fahrweise lässt die Teile deutlich schneller verschleissen. Die Hauptursache für eine defekte Kupplung ist also Ihr Fahrstil.

    Ein einfaches HeropicDas eindeutigste Anzeichen für einen Defekt ist eine rutschende Kupplung. Rutscht eine Kupplung, heisst das, dass sie nicht mehr richtig greift. Sie trennt also das Getriebe nicht mehr sauber vom Motor. Dieser wird lauter und die Drehzahl erhöht sich, ohne dass das Getriebe die erzeugte Kraft annimmt. Der Wagen beschleunigt nicht so, wie er sollte.

    Ein weiteres Anzeichen ist ein stinkender Geruch. Riecht Ihre Kupplung verbrannt oder nach Gummi, kann das ein Zeichen für eine zu starke Belastung oder zu wenig Spiel zwischen den Belägen sein.

    Hören Sie mechanische Geräusche oder lassen sich die Gänge nicht mehr sanft einlegen, ist das ein Zeichen dafür, dass die Kupplung nicht richtig trennt. Sind Geräusche beim Ein- oder Auskuppeln zu hören, könnte das Ausrücklager defekt sein.

    Sie setzten das Kupplungspedal gefühlvoll ein, doch das Anfahren ist trotzdem ein holpriger Prozess? Auch das kann ein Anzeichen für einen Defekt sein.

    Was passiert mit meinem Motor beim Schalten?

    Schalten Sie versehentlich in einen zu kleinen Gang, schadet das nicht nur dem Getriebe. Der stark erhöhte Drehzahlbereich kann zu einem Motorschaden führen. Im Inneren des Motors führt diese extrem hohe Drehzahl dazu, dass sich die Kolben schneller bewegen, als die Ventile öffnen und schliessen können. Schlagen die Kolben mit voller Wucht gegen die Ventile, können diese verbogen werden oder sogar den Kolben durchschlagen. Eine weitere häufige Folge ist das Ausknicken des Pleuels, welcher in einem Kurbeltrieb die Kurbelwelle mit dem Kolben verbindet.

    Falls Sie Ihren Wagen schonen wollen, verzichten Sie auf die vermeintlich coole Geste, die Hand auf dem Schalthebel liegen zu lassen, hören Sie auf die Geräusche des Motors und lassen Sie Ihren Wagen regelmässig kontrollieren – Vorsicht ist besser als Nachsicht! Behandeln Sie Ihre Kupplung immer mit Gefühl und Vorsicht, um von vornerein Schäden zu vermeiden, denn ist das Getriebe erst mal kaputt, kann das sehr teuer werden.

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