Alkolock: Die Rote Karte für Alkohol am Steuer?

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Der Alkolock – Fluch oder Segen? Fakt ist: Zahlreiche Unfälle und Verkehrstote gehen auf das Konto von alkoholisierten Autofahrern.

Fragt man Alkoholsünder, so verstehen sie oft die Welt nicht mehr. Schliesslich haben sie nur „ein“ Feierabendbier getrunken. Häufig fehlt eine realistische Einschätzung der Menge, die alkolockgetrunken wurde. Selbstverständlich denken diese Fahrer auch nicht über mögliche Konsequenzen nach.

Schützt der Alkolock diese Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer?

Was genau ist ein Alkolock?

Ein Alkolock ist eine Art Wegfahrsperre, allerdings für alkoholisierte Fahrer.

Stellt das Gerät bei einer Atemprobe mehr als den zulässigen Wert fest, lässt sich das Fahrzeug nicht starten.

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Der Wert wird im Vorfeld eingestellt und sollte dem gesetzlichen Grenzwert entsprechen. Autofahrten unter Alkoholeinfluss können so verhindert werden.

Der Alkolock besteht aus zwei Teilen.

  • Das Handgerät befindet sich in der Nähe des Fahrersitzes.
  • Die Steuereinheit wird unterhalb des Armaturenbretts installiert.
  • Der Fahrer betätigt zuerst die Zündung.
  • Eine LED-Leuchte oder ein Signal fordert ihn zur Atemprobe auf.
  • Emittelt das Gerät einen Wert, der unter dem voreingestellten Wert liegt, wird die Startfunktion des Motors freigegeben.

Als Sensor im Handgerät wird eine Mini-Brennstoffzelle verwendet, die ausschliesslich auf Ethanol reagiert. Der Atemalkohol wird vom Sensor als quantitative Messgrösse erfasst und in ein ablesbares Signal umgewandelt.

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  • Der Einbau und Kosten des Alkolocks

    Der Automobilhersteller Volvo bietet den Alkolock in Europa ab Werk an. Unter dem Namen Alcoguard befindet er sich den entsprechenden Fahrzeugen.

    Scania bereitet LKWs und Busse werkseitig auf den Einbau eines Alkolocks vor. Der Einbau geht dann sehr schnell und es ist keine Neuverkabelung erforderlich. Es können alle Gerätetypen eingebaut werden.

    Der nachträglich Einbau ist jedoch in fast allen Fahrzeugen möglich. Die Kosten liegen je nach Gerät bei ungefähr 1500 Franken, wobei nach oben wenig Grenzen gesetzt sind.

    Zu den Kosten für den Einbau kommen die laufenden Kosten für die Kalibrierung und Wartung.

    Je nach Gerätetyp muss nach sechs oder nach zwölf Monaten eine Kalibrierung erfolgen. Nur dann sind korrekte Messergebnisse gewährleistet.

    Werden Alkolocks bereits eingesetzt?

    Alkolocks werden bereits heute eingesetzt.

    Sie sind allerdings im Normalfall für Autofahrer im Privatbereich keine Pflicht.

    Einige Ländern können Fahrer, die durch Alkohlfahrten auffällig wurden, zur Nutzung eines Alkolocks verpflichten.

    Andere Länder nutzen dies, um die Führerscheinsperre zu verkürzen.

    So haben in einigen Ländern Alkoholsünder die Wahl zwei Jahre lang einen Alkolock zu nutzen oder fünf Jahre auf den Führerschein zu verzichten. alkolock

    Die Niederlande, Schweden, Finnland, Dänemark, Frankreich und Polen verwenden ein derartiges Verfahren.

    Kann ein Alkolock manipuliert werden?

    Kein technisches Gerät ist vor Manipulationen sicher, so auch nicht der Alkolock.

    Fahrer könnten vor dem Alkoholkonsum einen Luftballon aufblasen, um nach dem Alkoholgenuss saubere Luft zur Verfügung zu haben. Auch eine Luftpumpe könnte für diese Zwecke eingesetzt werden.

    Viele der Geräte erkennen diese Manipulation jedoch bereits, bedauerlicherweise nicht alle.

    Allerdings könnte der alkoholisierte Fahrer auch den nüchternen Beifahrer bitten, die Atemprobe zu übernehmen.

    Erstens übernimmt in dieser Situtation vermutlich der nüchterne Beifahrer das Steuer, ehe er sich einer Alkoholfahrt aussetzt. Voraussetzung ist natürlich, dass er im Besitz einer Fahrerlaubnis ist.

    Zweitens ist der alkoholisierte Fahrer wieder auf eine weitere Person angewiesen, die die Atemkontrolle übernimmt, wenn er seine Fahrt unterbricht und den Motor abschaltet.

    Gegen Manipulationen der Batterie sind die Geräte gesichert.

    Denkbar ist es selbstverständlich, dass eine Manipulation stattfindet.

    Alkolocks und der Datenschutz

    Die modernen Geräte sind in der Lage Ergebnisprotokolle zu speichern. Es werden Uhrzeiten, das Datum und das Ergebnis der Alkoholmessung gespeichert. Auch Fehlmessungen werden registriert.

    Einige Systeme sind mit einer Kamera ausgestattet. Jeder, der dann mit dem Auto fährt, muss den Alkolock benutzen und dessen Daten werden ebenfalls gespeichert.

    Unternehmen können die Daten aus ihren Firmenfahrzeugen abrufen und auswerten.

    Es lässt sich nicht vollständig kontrollieren, wer genau diese Daten zu Gesicht bekommt.

    Probleme, die ein Alkolock verursachen kann

    Theoretisch könnte das Gerät einen falschen Wert messen. Das Auto kann nicht gestartet werden, obwohl der Fahrer keinen Alkohol konsumiert hat.

    Wurde vor der Messung etwas Bestimmtes gegessen oder ein Mundspray benutzt, kann die Messung Alkohol ausweisen oder einfach falsch sein. Auch Süssigkeiten oder Nahrungsmittel, die geringe Mengen an Alkohol enthalten, beeinflussen das Messergebnis.

    Die Messgenauigkeit liegt bei ungefähr 97 bis 99 Prozent.

    Auch ein technischer Defekt ist denkbar. Das bedeutet, unter Umständen platzt aufgrund dessen ein wichtiger Termin oder der Fahrer kommt zu spät zur Arbeit.

    Besonders schwierig wird der Einsatz eines Alkolocks bei Fahrern, die auf sehr kurzen Strecken unterwegs sind, zum Beispiel Lieferdienste. Die Fahrt von Haus zu Haus wird sich enorm verlängern, da vor jedem Start ein Alkoholtest erfolgen muss, bevor es weitergeht.

    Vermutlich werden sich in diesem Fall die meisten Menschen dazu entschliessen, einfach den Motor laufen zu lassen. Es fährt zwar dann niemand mit Alkohol, aber die Lärm- und Umweltbelastung und auch die Kosten für Benzin werden drastisch ansteigen.

    Aber nicht nur bei Lieferdiensten wird dieses Problem auftauchen. Auch eine kurze Fahrt zum Bäcker erfordert nun zwei Alkoholtests.

    Der Alkolock im Alltag

    Eine Kleinfamilie, deren Auto mit einem Alkolock ausgestattet ist, wird viel Zeit mit Alkoholtests verbringen.

    Morgens wird der Mann zur Arbeit gebracht, anschliessend das Kind in den Kindergarten und später das zweite Kind in die Schule.

    Sind die Kinder versorgt, ist der Einkauf fällig. Meist wird dieser nicht in einem Geschäft erledigt, sondern es müssen mehrere Geschäfte angefahren werden.

    Anschliessend werden die Kinder wieder abgeholt. Nachmittags muss ein Kind zum Sport und das andere möchte einen Freund besuchen. Beide Kinder müssen wieder abgeholt werden.

    Abends noch eine Fahrt zur Firma des Mannes, um auch ihn abzuholen. Vielleicht ist für den Abend noch ein Kinobesuch geplant. U

    m diesen Tagesablauf zu bewältigen sind ungefähr zwanzig Alkoholtest fällig.

    Es bleibt nur zu hoffen, dass genügend Zeit dazwischen liegt und kein technischer Defekt auftritt, um alle Termine pünktlich zu erreichen.

    Fazit

    Es gibt sicher Personengruppen, bei denen ein Alkolock hilfreich ist.

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    Anstossen geht auch alkoholfrei.

    Auch bei bereits auffällig gewordenen Fahrern könnte dieses Gerät Fahrten unter Alkohol verhindern.

    Allerdings stellt sich die Frage, ob jeder Autofahrer diese Kosten und Einschränkungen auf sich nehmen muss.

    Die Mehrheit der Autofahrer ist verantwortungsbewusst genug, um auf Alkohol zu verzichten, bevor sie sich an das Steuer setzt.

    Eine Verordnung, die den Alkolock zwingend vorschreibt, ist auch eine Einschränkung für Menschen, die nie mit Alkohol ans Steuer sitzen.

    Diejenigen, die das Alkoholverbot ignorieren, werden auch mit dem Alkolock Mittel und Wege finden, die Fahrt anzutreten.


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