Die klappengesteuerte Auspuffanlage bei Motorrädern

klappengesteuerte auspuffanlage

Schwere Maschinen, brummiger und voller Sound! Das ist es, was Motorrad-Liebhaber so sehr schätzen. Doch oftmals reicht der Klang vom Hersteller nicht aus, weshalb noch einmal nach gebessert werden muss. Neben ein paar anderen Komponenten sorgt vor allem eine klappengesteuerte Auspuffanlage bei einem Motorrad für einen mächtigen Klangzuwachs.

klappengesteuerte auspuffanlageIn diesem Artikel sehen wir uns diese einmal genauer an. Was ist also eine klappengesteuerte Auspuffanlange und wie funktioniert sie?

Gibt es Unterschiede und wie sehen die Vorschriften für diese aus? – Das und noch mehr, jetzt!

Was ist eine klappengesteuerte Auspuffanlage?

Jedes Benzin- oder Diesel betriebene Fahrzeug benötigt eine Abgasanlage. Dies gilt für Autos als auch für Motorräder.

Klappengesteuerte Auspuffanlagen sind im Grunde genommen wie eine normale Auspuffanlage. Sie unterscheiden sich allerdings unter anderem darin, dass bei der klappengesteuerten im Bereich des Endschalldämpfers eine Klappe verbaut ist.

Diese kann je nach Bedarf geöffnet oder geschlossen werden und sorgt im geöffneten Zustand noch einmal mehr für einen rotzigen Sound!

Allerdings gibt es noch weitere Unterschiede. Die komplette Konzeption der beiden ist unterschiedlich.

Während die normale Abgasanlage mit Dämmmaterial im Bereich des Endtopfs ausgestattet ist, verfügt die Klappengesteuerte nur über Edelstahl- und Metallwolle.

Der Sound bei den normalen wird aufgrund der Dämmung sowie des noch hinzukommenden, verzweigten Rohrsystems gänzlich gezähmt. Klappenabgasanlagen sind vom Rohrverlauf wesentlich einfacher aufgebaut, da sich sonst Soundtechnisch nicht genug unterscheiden würden.

So werden bei diesen ein längeres und ein kürzeres Rohr im Endtopf verbaut. Wenn die Kappe geschlossen ist, werden die Abgase durch das längere Rohr geleitet. Bei geöffneter Klappe fliessen sie durch das kürzere, wodurch der Klang um einiges lauter brüllt.

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  • Die Unterschiedlichen Steuerungen einer klappengesteuerten Abgasanlage

    Ab Werk bieten ein paar Hersteller an, Motorräder mit bereits eingebauten Klappenauspuffanlagen käuflich erwerben zu können. Diese unterscheiden sich aber in der Steuerung zu Herstellern, deren Abgasanlagen nachträglich noch eingebaut werden können.

    Serienfahrzeuge verfügen über eine automatische Klappensteuerung. Dies bedeutet, dass diese ab einer bestimmten Drehzahl/Geschwindigkeit automatisch geöffnet beziehungsweise wieder geschlossen wird.

    Der geöffnete Zustand tritt bei 3500 U/min Drehzahl ein. Diese, vom Hersteller bereits verbauten klappengesteuerten Auspuffanalgen, sind so eingestellt, dass sie die gesetzlich vorgeschriebenen Lärmvorschriften einhalten.

    Klappenauspuffanalgen von externen Herstellern

    Bei den nachträglich montierten Klappenauspuffanlagen kann frei gewählt werden. Auch bei externen Herstellern lassen sich Abgasanlagen mit einer automatischen Steuerung kaufen und einbauen.

    Es gibt aber noch eine andere Alternative. Bei dieser lässt sich mittels einen Knopfs/Schalter selbst entscheiden, wann die Klappe geöffnet wird und wann sie geschlossen bleibt.

    Diese Variante ist vor allem sehr praktisch, da sie in Ortschaften und Siedlungen per Knopfdruck geschlossen werden kann. So werden Ärgernisse und Ruhestörungen grösstenteils verhindert.

    Die dritte Variante der klappengesteuerten Auspuffanlage

    Alle guten Dinge sind drei!

    Neben der automatisch gesteuerten und der Variante mit dem Knopf gibt es noch die staudruckgesteuerte Auspuffanlage. klappengesteuerte auspuffanlage

    Hier entscheidet der Staudruck darüber, ob die Klappe offen oder geschlossen bleibt. Der Staudruck arbeitet mit einer Art Widerstand, der dadurch entsteht, dass die Abgase aus dem Motor erweichen.

    Dieser Staudruck variiert je nach Motortyp und Drehzahlbereich. Für diese Art von Klappenauspuff wird zusätzlich noch ein Steuergerät benötigt, das den Staudruck kontrolliert.

    „Des einen Freud ist des anderen Leid“ – Ist der kernige Sound bald Geschichte?

    Da wo die einen wohnen, fahren die anderen gerne Motorrad!

    Dies gilt vor allen Dingen für Serpentinstrassen in den Bergregionen. Nicht jeder ist ein Freund der lauten Motorengeräusche, das viele Motorräder in die Umwelt dröhnen.

    Diese seien umweltschädigend und machen krank, so der Tenor.

    Und da ist auch tatsächlich etwas dran! Durch höhere Drehzahlen und Geschwindigkeiten steigen der Spritverbrauch und somit die Umweltbelastung stark an. So ist es wohl auch kein Wunder, dass sich viele seitens der Regierung beziehungsweise der EU wünschen, dass für klappengesteuerte Abgasanlagen härtere Gesetze beschlossen werden sollten.

    2016 beschloss die EU für alle Autos, dass die Abgasanlagen aller Autos gleich laut sein müssen. Dies bedeutete für die klappengesteuerte Auspuffanlage das Aus.

    Doch die Automobilindustrie trickst sich dennoch geschickt durch diese Auflagen. Von Motorrädern war hierbei beispielweise nicht die Rede.

    So bleibt dieses Thema wohl eine Sache, um die sich jedes Land in Europa oder der Welt selbst kümmern muss.

    klappengesteuerte auspuffanlageIn Deutschland beispielsweise sind neue Gesetzesentwürfe bezüglich der Lärmbelästigung bereits in Arbeit. Diese sollen 2020 in Kraft treten und die Gesetzeslücken für Motorräder schliessen.

    In der Schweiz gibt es derzeit keine neuen Regelungen, um die Geräuschemission mittels strengeren Grenzwerten in den Griff zu bekommen. Die gültigen Grenzwerte liegen zum jetzigen Zeitraum, je nach Hubraum, zwischen 75 und 80 dB.

    Dies ist viel zu laut, wie viele meinen. Zum Vergleich: Ein vorbeifahrender LKW bereitet eine Lärmkulisse von 82 dB.

    Fazit

    Vorerst bleibt es wohl dabei, dass sich der eine daran erfreut, während der andere bei sich auf der Terrasse aufgrund lauter Motorengeräuschen seinen Kaffee nicht mehr geniessen kann. Eine baldige Änderung ist jedenfalls nicht in Sicht!


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