Top E-Autos 2021 in der Schweiz

E-Autos sind schnell und klimafreundlich. Die Vorzüge der E-Mobilität muss mittlerweile auch der hartnäckigste Diesel-Verfechter einsehen. Aber gleichzeitig dürfen die Kinderkrankheiten der alternativen Antriebsmodelle nicht aussen vor gelassen werden.

Welche reinen E-Fahrzeuge (Hybrid sei ausgeklammert) sich in der Schweiz besonders grosser Beliebtheit erfreuen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Das beliebteste E-Auto in der Schweiz

Mit 2397 Neuzulassungen ist der Tesla Model 3 absoluter Spitzenreiter. Das amerikanische Unternehmen unter Elon Musk versteht sich nicht nur in Innovationen, sondern eben auch im Marketing.

Die anrollende Produktion in der «Gigafactory» Berlin-Brandenburg wird das Angebot und damit auch die Popularität wohl in ganz Europa weiter befeuern.

Auf dem zweiten Platz befindet sich der ID.3 von Volkswagen mit knapp 1800 Neuzulassungen. Das deutsche Unternehmen scheint den industriellen Übergang hin zum E-Antrieb deutlich besser überstanden zu haben als seine inländische Konkurrenz. So gehört auch das Nachfolgermodel ID.4 noch zu den Top 5 der beliebtesten E-Autos, wenn man die Statistik von Hybridmodellen bereinigt.

Top E-Autos 2021 in der Schweiz - LadenDirekt dahinter ist der Audi e-tron mit 695 Neuzulassungen auf Platz 6. Der BMW X3 (167 Neuzulassungen) als rein elektrisches Modell ist dagegen weit abgeschlagen auf dem letzten Platz der Top 10.

Der dritte Platz ist umkämpft: Noch liegt der Renault Zoe mit 1088 Neuzulassungen vor dem Fiat 500, der nur 947 Neuzulassungen zählt. Die nächsten Jahre werden zeigen, wer von beiden sich durchsetzen wird oder ob sogar der VW ID.4 ihnen den dritten Platz streitig machen wird.

Wie schlägt sich die Schweizer Lieblingsmarke bei E-Autos?

Die Stellung von Skoda ist in der Statistik nicht weniger interessant als die des Erstplatzierten. Denn der Verbrenner Skoda Octavia ist in der Schweiz äusserst begehrt.

Eines der Aushänge-E-Autos des tschechischen Unternehmens ist der Skoda Enyaq und liegt in der Statistik auf Platz 8 mit 623 Neuzulassungen.

Damit liegt Skodas E-Angebot dicht hinter dem südkoreanischen Konkurrenten Hyundai mit seinem Kona (632 Neuzulassungen).

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  • Würde man die Statistik allerdings unbereinigt von den Hybridautos anschauen, würde der Volvo XC40 stattdessen den dritten Platz einnehmen. Aber das reine E-Auto des schwedischen Herstellers kann nur magere 597 Neuzulassungen zählen und ist so nur auf dem vorletzten Platz vorzufinden.

    Ebenfalls erwähnenswert ist der Hybride XC60. Mit 1119 Neuzulassungen ist er noch besser aufgestellt als der Renault Zoe.

    Aber die momentane Ausrichtung auf den Hybridantrieb soll nicht bedeuten, dass Volvo weniger risikobereit sei als die Konkurrenz. Denn ab 2030 sollen nur noch elektrische Fahrzeuge vom Band laufen.

    Die beliebtesten E-Autos im Detail

    Doch fahren angesichts der Top 10 auch wirklich die besten E-Autos auf den Schweizer Strassen?

    Um diese Frage zu beantworten, müssen bestimmte Vergleichskriterien herangezogen werden. Am schwersten ins Gewicht fällt die Reichweite – der wohl grösste Kritikpunkt am E-Auto überhaupt.

    Top E-Autos 2021 in der Schweiz - Model 3 landscapeAusserdem werden Lautstärke, Stromverbrauch (kWh/100km), Leistung (PS) und der Preis mit in den Vergleich gezogen. Den Anfang macht der Spitzenreiter von Tesla, das Model 3 Long Range AWD:

    • Max. Reichweite: 425 km
    • Lautstärke: 68,9 dB
    • Stromverbrauch: 20,9 kWh/100km
    • Leistung: 462 PS
    • Preis: ab 49’990 CHF

    Das Model 3 hat eine hohe Reichweite, einen geringen Stromverbrauch und ordentlich Power. Allerdings ist das E-Auto ziemlich teuer und auch sehr laut. Mit 68,9 dB ist das Auto fast so laut wie ein Verbrenner-Sportwagen, bietet dafür aber sehr viel Platz.

    2020 Volkswagen ID.3 1st FrontAls nächstes richtet sich der Fokus auf den Verfolger, dem VW ID.3:

    • Max. Reichweite: 335 km
    • Lautstärke: 66,8 dB
    • Stromverbrauch: 19,3 kWh/100km
    • Leistung: 146 PS
    • Preis: ab 35’950 CHF

    VW’s E-Auto ist deutlich günstiger, muss dafür aber in der möglichen Distanz Abzüge machen. Darüber hinaus ist er etwas leiser und verbraucht weniger Strom. Aber mit nur 146 PS ist das Fahrgefühl gleich ein ganz anderes als beim flotten Amerikaner.

    Leider machen dem ID.3 Softwarefehler und eine schlechte Bedienbarkeit zu schaffen, die sein Modellnachfolger hoffentlich nicht erbt.

    Renault Zoe R110 Z.E. 50 Experience (Facelift) – f 22112020Der Renault Zoe auf dem 3. Platz unterscheidet sich von den reinen Zahlen kaum vom VW, ist aber dennoch teurer:

    • Max. Reichweite: 335 km
    • Lautstärke: 69,7 dB
    • Stromverbrauch: 19,0 kWh/100km
    • Leistung: 136 PS
    • Preis: ab 38’900 CHF

    Neben dem Preisunterschied stellt sich ein weiterer Nachteil beim Zoe heraus: Weniger Komfort und ein hoher Ladeverlust. Mehr Platz oder ansprechendere Innenausstattung bietet der ID.3 zwar auch nicht, aber hier ist die Ladeleistung um einiges effizienter.

    Dennoch ist der Zoe nicht zu Unrecht so beliebt bei den Schweizern: Pluspunkte sind gute Fahrleistung und die umfangreichen Sicherheits- und Assistenzsysteme.

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    Das Mittelfeld – Skoda, Volvo und Hyundai

    Skoda Enyaq iV 80 – f 03052021Obwohl die Schweizer Lieblingsautomarke bei der E-Statistik nicht gut abschneidet, trotzdem der Blick auf den Skoda Enyaq iV 80:

    • Max. Reichweite: 395 km
    • Lautstärke: 66,8 dB
    • Stromverbrauch: 21,9 kWh/100km
    • Leistung: 204 PS
    • Preis: ab 44’700 CHF

    Der Enyaq überzeugt mit seiner Batterieleistung und relativ hohen PS. Allerdings ist der Preis sehr hoch und bei einer Wahl zwischen Skoda und dem Innovationsführer aus Amerika entscheiden sich eben viele für das Model 3.

    2018 Volvo XC40 First Edition T5 AWD Automatic 2.0 FrontDer schwedische Autohersteller Volvo ist im Hybridmarkt deutlich besser vertreten. Die Werte des reinen Elektro-Modells XC40:

    • Max. Reichweite: 310 km
    • Lautstärke: 67,3 dB
    • Stromverbrauch: 28,8 kWh/100km
    • Leistung: 408 PS
    • Preis: ab 54’464 CHF

    Viel PS aber überdurchschnittlich viel Verbrauch. Der Preis liegt im oberen Segment und auch hier gilt wieder die Entscheidung zwischen dem Model 3 oder einem Auto, das hauptsächlich als Hybrid konzipiert ist. Das Ergebnis zeigt sich auch deutlich bei den Neuzulassungen.

    Hyundai Kona electric (Facelift) – h 11042021Nicht zu vergessen ist der Südkoreaner. Der Hyundai Kona ist deutlich günstiger, aber dennoch seltener auf den Strassen zu finden. Das sagen die Werte:

    • Max. Reichweite: 375 km
    • Lautstärke: 69,2 dB
    • Stromverbrauch: 19,5 kWh/100km
    • Leistung: 204 PS
    • Preis: ab 27’400 CHF

    Obwohl der Hyundai recht klein ist, schafft er dennoch fast 400 km, bevor die Batterie leer geht. Dazu kommen eine ordentliche Leistung und ein durchschnittlicher Verbrauch. Der Preis ist ausserdem der günstigste von den hier vorgestellten Autos.

    Leider ist der Kona recht klein, da er noch die konventionellen Masse für Verbrenner-Motoren aufweisst: Die unschön im Unterboden platzierte Batterie im vorderen Bereich schränkt die Bewegung ein und der Kofferraum ist unterdurchschnittlich klein.

    Fazit zu E-Autos in der Schweiz

    Die Schweizer sind interessiert an E-Autos. Dass ihre Wahl auf den Tesla fällt, überrascht kaum. Die Amerikaner verstehen sich als Pionier beim Elektrifizieren des Autos.
    Das Model 3 ist schnell, schafft lange Strecken und ist vor allem ein Statussymbol. Der eigentlich starke Skoda Enyaq scheint unter dem Marketinghype von Tesla zu leiden. Denn viel schlechter ist das tschechische Auto nicht.

    Im Allgemeinen zeigen sich bei den beliebtesten Autos der Schweizer wenig objektive Unterschiede. Sie haben alle eine ähnliche Batterieleistung und Lautstärke.
    Was sich aus der Betrachtung jedoch noch schliessen lässt, ist die Grösse und der Komfort. Der kleine Kona z. B. bietet angesichts der Nutzung des Fahrzeugs als Cityflitzer kaum Platz für Einkäufe geschweige denn für Mitfahrer.

    Nichtsdestotrotz handelt es sich auch beim Südkoreaner um ein solides Auto (ADAC-Gesamtnote 2,1). Gute und teils bessere Testergebnisse können die anderen Modelle jedoch ebenfalls vorweisen.

    Man kann also festhalten, dass die Schweizer beim Autokauf viel Wert auf Qualität und Innovation legen – dann darf es auch mal kostspieliger werden.

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