Die lange Tradition der Bergrennen in der Schweiz

Die lange Tradition der Bergrennen in der Schweiz - Beitrag

Bergrennen sind eine spezielle Disziplin des Motorsports. In der Schweiz haben die Rennen eine lange Tradition – das erste wurde bereits vor mehr als 100 Jahren im Jahr 1901 ausgetragen. Bis heute erfreuen sich Bergrennen in der Schweiz grosser Beliebtheit und werden auf unterschiedlichen Strecken ausgetragen.

Welche Bedeutung haben die Bergrennen in der Schweiz?

Genfersee satellitDie Tradition der Bergrennen reicht bis in das Jahr 1901 zurück. In diesem Jahr fand das erste Rennen am 13. Oktober am Genfersee statt. Der Sieger dieses ersten Rennens war Barbey, der die 10 Kilometer lange Strecke in seinem Daimler 24 HP in 17 Minuten und 10 Sekunden bewältigte.

Zu Beginn handelte es sich nicht um Rennen, wie Sie sie heute kennen, sondern vielmehr um Bergprüfungsfahrten. Durch den damaligen Entwicklungsstand der verwendeten Fahrzeuge war es nämlich keinesfalls selbstverständlich, dass diese den Berg auch wirklich bewältigen können.

Im ersten Rennen am Genfersee musste eine Steigung von 14 Prozent befahren werden. Seit damals fanden die Bergrennen in der Schweiz auf bereits mehr als 100 verschiedenen Strecken statt. Viele davon haben sich zu bekannten Bergrennstrecken entwickelt, während andere nur als einmaliger Austragungsort dienten.

Nur fünf Jahre nach dem Sieg von Barbey, fand die Erstauflage des Marchairuz-Rennens statt. Das Marchairuz-Rennen zählt zu denen, die am häufigsten ausgetragen wurden. Das Bergrennen wurde von 1906 bis 2000 ausgetragen. Während des zweiten Weltkrieges im Jahr 1944 wurde in Lausanne ein Rennen ausgetragen. Ziel des Bergrennens war es skurriler Weise für die Qualität von Holzvergasern zu werben.

Bergrennen in der Schweiz

Rundstrecke

Rundstreckenverbot in der Schweiz

Seit 1955 gilt in der Schweiz das sogenannte Rundstreckenverbot. Das Verbot von öffentlichen Rundstreckenrennen ist unter anderem auf eine Tragödie am 11. Juni 1955 zurückzuführen. Bei einem 24-Stunden-Rennen in Le Mans kamen mindestens 84 Menschen zu Tode, nachdem es ein Manöver mit drei beteiligten Rennautos gab.

Die Bergrennen unterliegen allerdings nicht diesem Rundstreckenverbot. Seit dem Aufkommen der Disziplin haben zahlreiche Rennen an unterschiedlichen Strecken stattgefunden. Viele der heute ausgetragenen Rennen, finden zur Erinnerung an ehemalige Bergrennen statt.

Die wichtigsten Bergrennen in der Schweiz:

Die Arosa ClassicCar

Arosa ClassicCar RonggwaldDie Arosa ClassicCar findet bereits seit 2005 jedes Jahr jeweils Ende August oder Anfang September statt. Das Rennen, das auf der Kantonstrasse Schanfiggerstrasse stattfindet, ist speziell für historische Renn- und Sportfahrzeuge.

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  • Das internationale Bergrennen findet auf einer 7,3 Kilometer langen Strecke zwischen Langwies und Arosa statt und weist insgesamt 76 Kurven auf. Die Fahrer müssen bei diesem Rennen eine Höhendifferenz von 422 Metern überwinden. Zu dem Rennen, das im internationalen Sportkalender FIA eingetragen ist, sind Fahrzeuge mit einem Baujahr zwischen 1905 und 1985 zugelassen.

    Gempen Memorial

    Das Gempen Memorial Rennen wird vom Automobil Club der Schweiz durchgeführt. Bereits im Jahr 1911 fand die erste Veranstaltung des Bergrennens statt, das auf der Strecke von Dornach nach Gempen ausgetragen wird.

    Da zu viele Zuschauer an der Veranstaltung teilnahmen, wurde das Rennen jedoch zunächst wieder eingestellt. 1974 fand dann das erste Revival statt. Die nächste Bergüberfahrt folgte anschliessend im Jahr 2011. Das Rennen ist speziell für Veteranenfahrzeuge. In den Jahren 2014 und 2017 folgten die nächsten Gempen Memorial Rennen. Für den 19. September 2020 ist das vierte Bergrennen auf dieser Strecke geplant.

    Das Klausenpassrennen / Klausenrennen-Memorial

    Klausenrennen 1923 Steiger-Sport

    Klausenrennen 1923

    Dieses internationale Bergrennen findet am Klausenpass statt, der eine Verbindung zwischen dem Kern des Kantons Uri und des Kantons Glarus.

    Bereits zwischen den Jahren 1922 und 1934 wurde das Klausenpassrennen zehnmal ausgetragen. Zu diesen Zeiten war es das schwerste sowie bekannteste Bergrennen in ganz Europa. Es gab 136 Kurven auf der 21,5 Kilometer langen Strecke, die sehr gefährlich war. Das Rennen führte über 1237 Höhenmeter.

    Seit 1993 findet das Klausenrennen-Memorial in Erinnerung an das einst berühmteste Bergrennen statt. Das letzte Klausenrennen-Memorial wurde im September 2013 veranstaltet.

    Memorial Bergrennen Steckborn-Eichhölzli

    Erstmals fand das Bergrennen Steckborn-Eichhölzli im Jahr 1955 statt. Eine 3,5 Kilometer lange Strecke mit einer maximalen Steigung von 4,25 Prozent musste überwunden werden. Die Höhendifferenz zwischen Steckborn zum Eichhölzli beträgt 143 Meter.

    Das zweite Rennen wurde 1962 veranstaltet. Danach fand erst wieder im Jahr 2007 ein Memorial Bergrennen Steckborn-Eichhölzli statt. In den Jahren 2010 und 2015 folgten weitere Rennen, bei denen historische Fahrzeuge teilgenommen haben.

    Saint-Ursanne-Col des Rangiers


    Bergrennen Zotzenbach 1989Erstmals fand im Jahr 1926 ein Bergrennen auf der Strecke zwischen Develier und Les Rangiers statt. Dieses Rennen wurde schnell bekannt und im Jahr 1930 in den Rennkalender des Schweizer Bergrennens aufgenommen. Im Jahr 1955 wurde das Rennen auf die Strecke von St. Usanne nach Les Malettes verlegt. International ausgeschrieben ist das Rennen seit 1956. Seit diesem Zeitpunkt nehmen immer wieder berühmte Rennfahrer teil.

    Als einziger Schweizer Lauf im Rahmen der Europa-Bergmeisterschaft wurde das Rennen im Jahr 1972 ausgetragen. Bei diesem Bergrennen handelt es sich um das einzige, das ununterbrochen seit 1955 stattfand und zudem Europameisterschaftsstatus besitzt.

    Welche berühmten Rennfahrer gibt es aus diesem Bereich?

    Seit 1934 hälft Rudolf Caracciola den Rekord für das Klausenpassrennen mit dem Mercedes-Benz W 25. Caracciola war der berühmteste und erfolgreichste Automobilrennfahrer in der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg.

    Joachim Winkelhock

    Joachim Winkelhock

    An den verschiedenen Bergrennen in der Schweiz haben immer wieder berühmte Rennfahrer teilgenommen. So nahm im Jahr 2007 der deutsche Ex-Formel-1-Fahrer Joachim Winkelhock am Memorial Steckborn-Eichhölzli teil.

    Am berühmten Saint-Ursanne-Col des Rangiers haben zudem der Weltmeister Jim Clark sowie Jo Siffert teilgenommen.

    An der Arosa ClassicCar nehmen regelmässig berühmte Rennfahrer wie der Deutsche Jochen Mass oder der Schweizer Toni Seiler teil. Selbst Sänger Peter Kraus hat bereits bei diesem Bergrennen teilgenommen.

    Fazit: Bergrennen haben in der Schweiz eine lange Tradition

    Seit mehr als 100 Jahren finden in der Schweiz Bergrennen auf den unterschiedlichsten Strecken statt. Während es sich zu Beginn eigentlich vielmehr um Bergprüfungsfahrten handelte, entwickelte sich die Tradition mit der Zeit zu richtigen Rennen.

    Einige Strecken dienten nur einmalig als Austragungsort, während andere seit langer Zeit immer wieder für die Rennen dienen. Wir haben auch die legendärsten Rennstrecken der Formel 1 zusammengestellt.

    Das erste Bergrennen in der Schweiz fand im Jahr 1901 am Genfersee statt. Zu den berühmtesten Rennen zählen unter anderem die Arosa ClassicCar, das Klausenrennen-Memorial sowie das Saint-Ursanne-Col des Rangiers. Neben zahlreichen Hobbyrennfahrern, nehmen auch immer wieder national und international bekannte Rennfahrergrössen an den aufregenden Rennen durch die Berge teil.


    Coverbild: Andres Passwirth / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)


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