Welches ist das meistverkaufte Auto der Welt?

Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, welches das meistverkaufte Auto weltweit ist? Bei der Vielzahl der verschiedenen Automarken und Modellen ist es gar nicht so leicht, die Antwort auf Anhieb zu finden. Doch eins können wir Ihnen bereits jetzt verraten. Es handelt sich um ein Fahrzeug aus Deutschland.

Dürfen wir vorstellen: Der VW Käfer ist das weltweit meistverkaufte Auto

Vermutlich haben Sie es insgeheim aber doch gewusst, dass der VW Käfer das meistverkaufte Auto der Welt ist. Aber wie viele Käfer wurden denn insgesamt verkauft? Die Auflösung geben wir natürlich auch.

Über Generationen hinweg hat er viele Menschen auf ihren Wegen begleitet. Entwickelt wurde das Fahrzeug von Ferdinand Porsche im Jahr 1934.

Meistverkaufte Auto - VW Käfer
Der allererste Käfer

Der grosse Erfolg stellte sich jedoch erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs ein. Zunächst wurde das Modell als VW Typ I bezeichnet. Nur der Spitzname lautete Käfer. Einige Jahre später wurde er dann aber offiziell. Ein anderer Spitzname für den Pkw war «Buckelporsche».

Vorher noch Fallersleben genannt, wurde der Ort 1945 zu Wolfsburg, an dem VW Käfer produziert wurden. Dort lebten mittlerweile 17.000 Menschen. In der zweiten Hälfte des Jahres bauten die Verantwortlichen einige Fahrzeuge aus Teilen zusammen, die noch vorhanden waren.

Dazu zählten zum Beispiel Fahrwerke des VW Typ 82, dem Kübelwagen. So stand der Käfer auf hohen Beinen. Im Januar des Folgejahres startete dann die eigentliche Serienproduktion des Typs 11 Brezelkäfer, einer Standardlimousine. Verkauft wurden die Fahrzeuge zunächst zum Teil an deutsche Behörden und die Besatzungsmacht aus England.

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Das meistverkaufte Auto in der Nachkriegszeit

Meistverkaufte Auto - VW Typ 2
VW Typ 2

In den ersten Jahren nach dem Krieg wurde der Käfer nicht an Privatkunden verkauft. 1947 wurde der Käfer ins Ausland exportiert, auch in die Niederlande. Für dieses Land wurde Ben Pon senior im August desselben Jahres zum Generalimporteur ernannt. Bis Ende Dezember gelang es ihm, 51 Fahrzeuge zu verkaufen. Er war ausserdem der Ideengeber für den VW Typ 2, den Transporter.

Nachdem alle Kriegsschäden behoben waren, nahm die Währungsreform im Juni 1948 Einfluss auf die Produktion des Käfers. Sie stieg auf 19.244 Pkw an. Ein Jahr zuvor lag die Zahl erst bei 8.987 Fahrzeugen. Wiederum im August, jedoch sieben Jahre später, nämlich 1955, lief der 1.000.000. Volkswagen vom Band. Dabei handelte es sich um einen Käfer. Fortan war er das Symbol für das Wirtschaftswunder nach dem Krieg im Westen Deutschlands. Er erhielt eine goldene Lackierung.

Der damalige Generaldirektor sorgte für die Weiterentwicklung des VW Fahrzeugs und ließ ihn kontinuierlich verbessern. Das zählte speziell für die Zuverlässigkeit und die Motorleistung. Allerdings war die Karosserie bereits Mitte der 50er nicht mehr aktuell und sorgte für zu wenig Platz, weil nichts geändert wurde.

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  • Erst einmal blieb der Verkauf jedoch gewohnt erfolgreich. Zu einem späteren Zeitpunkt sorgte dieser Umstand allerdings fast für den Zusammenbruch von VW.

    Meistverkaufte Auto VW Käfer – weitere Veränderungen

    Ab und zu wurde die Karosserie trotzdem etwas verändert. 1953 erfolgte der Austausch des zweigeteilten Rückfensters durch ein ovales, einteiliges. Zwei Jahre später erhielt der Pkw ein rechteckiges, grösseres Fenster. Eine weitere Vergrösserung der Fenster wurde 1964 vorgenommen, zudem eine gewölbte Frontscheibe verwendet.

    Darüber hinaus konnte zur selben Zeit auch die Rücksitzlehne nach vorne geklappt werden, mehr Kofferraum zur Verfügung zu stellen. 1967 bekam das Fahrzeug Scheinwerfer, deren Streuscheiben vertikal angeordnet waren. Diese wurden auch schon beim Typ 3 verbaut.

    Die Modelle 1.300 und 1.500 erhielten kastenförmige Stoßstangen, die an höherer Stelle befestigt wurden. Zudem wurden die Rückleuchten grösser, die als Bügeleisenleuchten bekannt waren. Weitere Änderungen gab es seit damals kaum noch.

    VW 1302 (2017-06-11 Sp r2)
    Der VW 1302

    Als technischer Höhepunkt des VW Käfers kann das Modell 1302 genannt werden. Er wurde im Sommer 1970 vorgestellt. Er wartete mit MacPherson-Federbeinen auf, der Vorderwagen wurde verlängert. Des Weiteren befand sich im Kofferraum ein Reserverad.

    Eine Schräglenkerhinterachse gesellte sich ebenfalls dazu. Diese wurde zuvor nur bei Käfern mit Automatikgetriebe eingesetzt. Das Modell hatte 50 PS beziehungsweise 37 kW.

    Der Käfer – die Entwicklungen bis zum Produktionsende

    Mitte Februar im Jahr 1972 wurde der 15.007.034. Käfer fertiggestellt. Es handelte sich um das Modell 1302 S in der Farbe Marathonblau-Metallic. Dadurch wurde der Tin Lizzy von Ford als meistgebauter Pkw vom Thron gestossen. Ein halbes Jahr später wurde der 1.303 lanciert. Die Technik hatte sich im Vergleich zum Vorgänger jedoch nicht verändert.

    Nachdem eine geplante US-Vorschrift sich nicht durchsetzen konnte, wurde das neue Modell mit einer Windschutzscheibe ausgestattet, deren Wölbung noch grösser war. Die Vorschrift besagte, dass vordere Insassen bei Unfällen dort nicht mit dem Kopf aufschlagen dürfen. Eine zusätzliche Neuerung war die Lüftungsanlage, deren zweistufiges Gebläse regelbar war. Als Ersatz für die nicht zufriedenstellende Gleichstromlichtmaschine wurde eine Drehstromlichtmaschine verbaut.

    Das letzte Modell wurde im Juli 1974 fertiggestellt. Bis dahin wurden 11.916.519 Käfer produziert. Der Nachfolger des Käfers war der VW Golf. Parallel dazu wurde auch die deutschlandweite Weiterentwicklung des Fahrzeugs beendet.

    Die Sparmodelle 1200 und 1300 des Käfers wurden gemeinsam mit dem Bau des VW 1303 in einer Stadt nahe Osnabrück weitergebaut. Der letzte VW Käfer in Europa wurde im Januar 1978 vorgestellt. Er wurde in einem Emdener Werk produziert.

    Weitere Geschehnisse um das meistverkaufte Auto

    Die Supermarktkette Rewe hatte ab Sommer 1995 einen Käfer im Angebot, der von freien Importeuren stammte. Ein Jahr tat es ihr Baumarkt Praktiker gleich.

    1994 wurde der VW Concept 1 lanciert. Das Fahrzeug ähnelte deutlich dem ersten Käfer. Vier Jahre später wurde diese Version als New Beetle in Mexiko serienmässig produziert. Ab 2003 wurde er zudem als Cabriolet angeboten. Bis 2011 wurde der New Beetle überarbeitet und fortan als Beetle beworben.

    ZeitHaus, Wolfsburg (P1100711)
    Das Wolfsburger Zeithaus

    Das endgültige Aus für den Käfer kaum Ende Juli 2003, der bisher noch im Ausland produziert wurde. Insgesamt wurden 21.529.464 Modelle gebaut. Das letzte können Sie im Wolfsburger Zeithaus bewundern.

    Fazit zum VW Käfer

    Der Käfer war seit der Nachkriegszeit ein beliebtes Fahrzeug und ein Symbol für das Wirtschaftswunder, das im Westen des Landes erfolgte. Noch lange Jahre danach war er DAS Fahrzeug, das viele Menschen gerne fuhren. Erst Ende der 70er wurde er ersetzt.

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