Englands unbekannte Autobauer

Autobauer aus England, gibt es die überhaupt? Klar! Und noch viel wichtiger: Englische Autos sind etwas Einzigartiges, das ein gespaltenes Meinungsbild erzeugt.

Die einen lieben sie abgöttisch und die anderen schlagen die Hände über dem Kopf zusammen. Fakt ist, dass die englischen Karossen immer von hoher Qualität sind, jedoch immer etwas eigenwillig konstruiert wurden. Vielleicht liegt es daran, dass die Engländer von Haus aus einen Sinn für alles haben, was ungewöhnlich oder einzigartig ist?

Darum gibt es in England auch zahlreiche Autobauer, die in der Welt weniger bekannt sind, da sie keine Massenware herstellen. Ihre Produkte werden teilweise von Hand gefertigt und kommen in entsprechend kleiner Stückzahl auf den Markt. Doch diese Wagen lassen die Herzen aller Autofans höher schlagen, weil sie einzigartig und exklusiv sind.

Morgan Motor Company

Dieses Unternehmen produziert seit 1909 durchgehend seine Sportwagen und ist nach wie vor in privater Hand. Morgan Motor benutzt als einziger Autobauer noch einen Rahmen aus Eschenholz und der Morgan 4/4 ist Rekordhalter als am längsten am Stück produziertes Automodell.

Die Sportwagen des Hauses besitzen Kultstatus, zumal nur 1000 Stück pro Jahr hergestellt werden. Deutschland ist der zweitgrösste Abnehmer.

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Morgan Motors produzierte zunächst Threewheelers, die bereits 1928 eine Spitzengeschwindigkeit von 180 km/h erreichten. Danach konzentrierte sich der Autobauer auf den eleganten 4/4, der seit 1936 hergestellt wird und den es heute noch mit leichten Anpassungen zu kaufen gibt.

Obgleich das Design der Morgans vorwiegend klassisch ist, werden trotzdem neue Modelle auf dem Markt gebracht. Auf dem Genfer Auto-Salon 2000 stellte Morgan Motors seinen neuen Aero 8 mit einer moderneren Linienführung vor. Er war für eine anspruchsvollere Kundschaft gedacht. Seine Beschleunigung liegt bei 4,5 s bei 0 auf 100 km/h.

Seit dem Jahr 2006 gibt es dem Aero 8 mit ABS und Airbags als Grundausstattung, wobei das Modell ein zusätzliches Facelifting erhielt. Wer einen Morgan sein Eigen nennen möchte, sollte ein wenig Geduld und das nötige Geld mitbringen, denn allein die Wartezeit liegt bei rund 6 Monaten.

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  • Caterham Cars

    Diese Marke ist untrennbar mit der Marke Lotus verbunden und hiess bis 1989 noch Seven Cars. Seit 1973 produzierte Graham Nearn exklusive Sportwagen und begann mit einem modifiziertem Modell des Seven 3.

    Dazu kamen verschiedene Varianten des Sevens mit unterschiedlichen Motoren wie einem Ford-Vierzylinder oder einem Lotus Twin-Cam-Doppelnockenwellenmotor. Ab Mitte der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurden vorwiegend Rover-Motoren eingebaut, die von 1400- 1800 cm³ reichten.

    Auch im technischen Bereich erlebten die Seven Modelle ständig Veränderungen, um die Leistungsstärke zu erhöhen.Die Caterham Cars sind als reine Sportwagen gedacht und auch so konzipiert, weshalb ihr Konzept ständig überarbeitet wird.

    So wurden die Rahmen versteift und seit 1995 gibt es sie mit einem eigens entwickelten Sechs-Gang-Getriebe. Beim Bau dieser Sportwagen ist viel Handarbeit erforderlich, weshalb ihre Stückzahl immer gering bleiben wird. Trotzdem sind sie bei den Autofans unheimlich beliebt, was an ihrem einzigartigen Look liegt.

    Seit 2005 wird der CSR-Rahmen von Industrierobotern geschweisst. Der CSR weist wie ein Formel-1-Bolide eine nach innen liegende Federung mit den entsprechenden Stossdämpfern wie auch eine Einzelradaufhängung auf. Im Motorraum steckt ein Cosworth Motor mit einer maximalen Motorleistung von 260 PS.

    Den Seven können Kunden auch als Selbstbau-Kit kaufen.

    Lotus

    Lotus ist vor allem durch sein Engagement im Rennsport mit dem Team Lotus bekannt geworden. Das Unternehmen sitzt in Hethel wurde 1952 von Colin Chapman gegründet und gehört inzwischen einem Grosskonzern aus Malaysia.

    Lotus begann mit der Herstellung von Selbstbau-Kits für den Lotus Mark VI und stellte 1957 die Produktion auf Modelle für den Autorennsport um. Obgleich nur rund 100 Autos gebaut wurden, waren diese Rennwagen international erfolgreich.

    Colin Chapman trieb die Konstruktion der Formel-1-Boliden voran, indem er die Karosserien immer leichter machte. Für den Strassenverkehr gab es den Lotus Elan, der auch als 2+2 Sitzer hergestellt wurde.

    1990 stellte das Unternehmen ein frontgetriebenes Modell mit einem japanischen Motor vor, was sich aber als Flop erwies und die Produktion wurde 1993 an KIA verkauft.

    Das beliebteste Modell aus dem Hause Lotus war der Esprit, der von Anfang der 70er Jahre bis 2004 gebaut wurde.

    Die Zukunft Lotus‘ ist gesichert, da sie 2013 eine Neuauflage des Lotus Esprit auf den Markt brachten. Dazu kamen neue Modelle des Elan, Elite und dem aktuellen Elise wie auch den 4-Sitzer GT Eterne an, der 320 PS aufweist.

    Aston Martin

    Seit 1915 baut das Unternehmen Aston Martin Rennwagen für die Strasse und ist stark im Rennsport engagiert gewesen.

    Doch bis zum 2. Weltkrieg wurden kaum mehr als 100 Wagen gebaut. Als der britische Geschäftsmann David Brown die Firma 1947 übernahm, änderte sich die Firmenpolitik und Aston Martin wurde erfolgreich. Allerdings hat die Marke bis 1995 nur rund 16.000 Autos produziert.

    Der Aston Martin ist mehrmals das James-Bond-Auto gewesen wie in Goldfinger der DB5 und in Casino Royal der DBS, was von seiner Exklusivität zeugt.

    Heutzutage sind die Supersportwagen noch immer das Aushängeschild des britischen Autoherstellers, der inzwischen einem internationalen Konsortium gehört. Die bekannten Modelle sind der One-77, der DB11 oder der Vanquish.

    Als Aussenseiter in der Produktreihe ist der Cygnet zu sehen, der zu den Kleinwagen gezählt wird. Er basiert auf dem Toyota iQ und ist für den europäischen Markt gedacht.

    Trotzdem bleibt Aston Martin vorrangig ein Hersteller von leistungsstarken Sportwagen, zu denen auch der One-77 gehört. Dieser Sportwagen verfügt über den stärksten Saugmotor mit 760 PS.

    Seit 2013 ist das Unternehmen Mercedes-Benz an Aston Martin beteiligt und beliefert das Unternehmen seitdem mit seinen leistungsstarken Motoren. Zusätzlich ist es an der Entwicklung der neuen V8-Motoren beteiligt.

    Fazit:

    Wer an englische Autos denkt, hat entweder Oldtimer oder unbezahlbare Luxusschlitten wie den Rolls Royce im Kopf. Doch England ist immer schon eine sehr innovative Autoschmiede gewesen, die Exklusivität zu schätzen wusste. Darum haben sich viele kleinere Unternehmen lange gehalten, die sich für die Herstellung von aussergewöhnlichen Sportwagen entschieden hatten. Dafür sind die englischen Hersteller für gewöhnliche Strassenfahrzeuge nach und nach alle vom Markt verschwunden. Die oftmals innovativen Ideen der englischen Autobauer kosten nun einmal Geld, das nur gut betuchte Autonarren aufbringen können. Trotzdem werden diese aussergewöhnlichen Automarken der Engländer auch zukünftig bestehen können.