Wie tausche ich den Kühlflüssigkeitsbehälter?

Es gibt viele Gründe die dafür sprechen, den Kühlflüssigkeitsbehälter austauschen zu lassen. Hohes Alter, Beschädigung oder Undichtigkeit sind Probleme, die häufig auftreten. Doch anstatt viel Geld in einer Fachwerkstatt auszugeben, können Sie auch selbst in wenigen Schritten und mit kleinem Aufwand den Kühlflüssigkeitsbehälter austauschen. Alles was Sie benötigen, ist etwas Zeit sowie das passende Werkzeug und die entsprechenden Materialien.

Den Kühlflüssigkeitsbehälter austauschen – diese Dinge benötigen Sie

Bevor Sie damit beginnen können, den Kühlflüssigkeitsbehälter auszutauschen, benötigen Sie einige Materialen. Diese sollten Sie sich bereits im Vorfeld bereitlegen, sodass Sie sofort mit den Arbeiten beginnen können und nicht später fehlendes Werkzeug oder Teile erst suchen müssen.

Für den Austausch des Kühlflüssigkeitsbehälters benötigen Sie die folgenden Dinge:

  • Den neuen Kühlflüssigkeitsbehälter
  • Einen Maulschlüssel
  • Eine Ratsch oder eine Rohrzange
  • Einen Kreuz- und einen Schlitz-Schraubendreher
  • Eine Pumpe, zum Absaugen der Kühlflüssigkeit (Alternativ ca. 2m Schlauch)
  • Ein Putzeimer sowie einen Trichter oder eine kleine Schale
  • Ein Set Schrauben und Schellen zur Befestigung (falls notwendig)
  • Stöpsel oder Lappen zum zeitweisen Verschliessen der Schläuche
  • Neue Kühlflüssigkeit zum Nachfüllen

Haben Sie diese Dinge zur Hand, dann haben Sie alles, was Sie benötigen, um den Kühlflüssigkeitsbehälter austauschen zu können.

Diese Dinge sollten Sie vor dem Austausch unbedingt beachten

Bei der Kühlflüssigkeit handelt es sich um eine Chemikalie. Das heisst, dass die alte Kühlflüssigkeit beim Austauschen des Behälters auf keinen Fall ins Grundwasser gelangen darf. Ansonsten kann es saftige Bussgelder oder gar einen Strafprozess aufgrund von Umweltverschmutzung geben.

Sie sollten daher sicherstellen, dass Sie einen entsprechenden Behälter zur Hand haben, der die alte Flüssigkeit auffängt.

Ausserdem ist es unter Umständen sinnvoll, wenn Sie den Kühlflüssigkeitsbehälter austauschen, auch die Schrauben und Schellen gleich mit zu wechseln. So verhindern Sie spätere Probleme und haben zudem ein komplett neues System. Die alten Schrauben und Schellen sollten Sie nur dann verwenden, wenn diese noch in einem wirklich guten Zustand sind.

Besondere Vorsicht gilt bei dem Austausch bzw. Ablassen der Kühlflüssigkeit!! Diese darf höchstens handwarm sein. Am besten sollte das Kühlmittel jedoch kalt sein.

Sie müssen also sicherstellen, dass das Fahrzeug eine ausreichende Zeit gestanden hat. Ist das Kühlwasser heiss, steht der Behälter unter Druck. Beim Öffnen kann das heisse Kühlmittel dann herausspritzen und schwere Verbrühungen und Verletzungen erzeugen!

Mit diesen Sicherheitsvorkehrungen im Hinterkopf kann es nun mit der eigentlichen Arbeit losgehen.

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  • Schritt 1: Absaugen der alten Kühlflüssigkeit

    Zunächst einmal muss das vorhandene Kühlmittel aus dem Behälter abgesaugt werden. Hierfür muss zunächst die Verschlusskappe des Behälters entfernt werden.

    Nun können Sie mit der Pumpe das Kühlmittel in einen Eimer auf dem Boden absaugen. Achten Sie dabei darauf, dass keine Flüssigkeit in die Umwelt oder auf den Boden gelangt.

    Verfügen Sie nicht über eine Absaugpumpe, dann können Sie dieselben Arbeiten auch mit einem Schlauch erledigen. In diesem Fall müssen Sie am unteren Ende des Schlauches einmal kurz ansaugen, damit das Kühlmittel mit der Schwerkraft nach unten fliesst.

    Dabei ist darauf zu achten, dass das Kühlmittel nicht in den Mund gelangt! Nun benötigen Sie Ihre Geduld, bis sich die gesamte Kühlflüssigkeit im Eimer befindet.

    Schritt 2: Den Kühlflüssigkeitsbehälter ausbauen

    Ist das Kühlmittel komplett abgelaufen, dann können Sie nun die Schellen zunächst leicht lösen.

    Anschliessend können Sie dann damit beginnen, die Schläuche abzumachen. Hierfür sollten Sie die Schale nutzen, um die austretende Kühlflüssigkeit aufzufangen. Alternativ können Sie auch hier wieder den Eimer und einen Trichter verwenden.

    Die Schläuche selbst verschliessen Sie dann vorübergehend mit einem Stöpsel oder mit einem Lappen, um weiteres Austreten von Kühlmittel und Verschmutzung zu verhindern.

    Ist das erst einmal erledigt, dann können Sie nun auch die restlichen Befestigungen problemlos lösen und den alten Kühlmittelbehälter entnehmen. .

    Schritt 3: Kühlflüssigkeitsbehälter austauschen

    Nun können Sie mit dem Einbau des neuen Kühlflüssigkeitsbehälters beginnen. Dieser erfolgt in der umgekehrten Reihenfolge zum Ausbau.

    Zunächst werden alle Befestigungen wieder angebracht. Nun sollten Sie Schrauben und Schellen ersetzen, die sich in einem schlechten Zustand befinden. Im Idealfall tauschen Sie hier einfach gleich alle Schrauben und Schellen durch neue aus.

    Sind die Schellen mit den Schrauben wieder an Ort und Stelle, dann können Sie sich daran machen, die Schläuche wieder zu befestigen. Entfernen Sie den Stöpsel oder den Lappen und bringen Sie die Schläuche dann an den Schellen an.

    Dabei sollten Sie beachten, dass die Schläuche auch wirklich fest sitzen. Ansonsten kann es später vorkommen, dass das Kühlmittel durch die undichten Stellen ausläuft.

    Schritt 4: Nachfüllen der Kühlflüssigkeit

    Nun können Sie damit beginnen, den Behälter wieder mit Kühlflüssigkeit zu füllen. Hierfür sollten Sie in jedem Fall neue Flüssigkeit verwenden und nicht das alte Kühlmittel weiternutzen.

    Beim Befüllen können Sie sich einfach an den Min und Max Markierungen des Behälters orientieren. Wichtig ist dabei, dass das Minimum nicht unterschritten wird. Ansonsten kann es durch Kühlungsprobleme zu Motorschäden oder gar zum Tod des Motors kommen.

    Auf keinen Fall sollten Sie aber auch die maximale Füllmenge überschreiten. Das Kühlmittel erhitzt sich während der Fahrt und dehnt sich im Behälter aus.

    Überschreiten Sie die Max-Markierung, hat das Kühlmittel unter Umständen nicht genug Platz und der Behälter kann explodieren!

    Ein guter Richtwert zur Befüllung des Behälters ist das gesunde Mittelmass: zwischen den Min- und Max-Markierungen. In diesem Bereich ist eine ausreichende Motorkühlung sichergestellt und es besteht zudem keine Gefahr durch eine Überfüllung.

    Schritt 5: Die letzten Handgriffe

    Ist die Kühlflüssigkeit in den Behälter eingefüllt, müssen Sie das Kühlsystem entlüften. Dieser Schritt ist wichtig, damit die volle Funktionsfähigkeit im Betrieb erreicht wird. Bevor Sie mit dem Entlüften beginnen, sollten Sie noch einmal die Schrauben und Schellen überprüfen und sicherstellen, dass die Schläuche trocken sind. Nun können Sie den Kühlmittelbehälter verschliessen.

    Zum Entlüften des Kühlsystems lassen Sie den Motor an. Nun sollte der Motor ca. zwei Minuten im Stand laufen, um das Kühlsystem vollständig zu entlüften.

    Diese Zeit sollten Sie nutzen, um das gesamte System und Ihre Arbeit auf seine Dichtigkeit und Funktionsfähigkeit zu überprüfen. Prüfen Sie, ob das Kühlwasser korrekt fliesst und ob das System und die Schläuche auch unter Druck noch vollständig dicht bleiben.

    Sollten Probleme erkennbar werden, dann dürfen Sie auf keinen Fall den Behälter öffnen! Es kann zu Verbrennungen kommen!

    Sollte der Kühlmittelstand die Min-Markierung unterschreiten, sollten Sie das Testen sofort abbrechen. In beiden Fällen sollten Sie den Motor dann ausreichend lange Abkühlen lassen, bis das Kühlmittel handwarm ist. Nun können Sie das System erneut überprüfen und ggf. weitere Kühlflüssigkeit nachfüllen.

    Fazit

    Die Arbeiten, um den Kühlflüssigkeitsbehälter auszutauschen, sind einfach und in kurzer Zeit erledigt.

    Wichtig ist jedoch, dass Sie die oben genannten Schritte genau befolgen und dass Sie zudem darauf achten, dass kein Kühlmittel in die Umwelt gelangt. Nach dem erfolgreichen Austausch des Behälters sollten Sie insbesondere über die nächsten Fahrten hinweg häufiger den Füllstand des Behälters überprüfen, um eventuelle Probleme mit der Dichtigkeit aufzuspüren, die vielleicht beim Testen nicht aufgefallen sind oder noch nicht vorhanden waren.

    Disclaimer: Diese Anleitung ist allgemein gehalten und kann von Modell zu Modell variieren. Obwohl die Autoreparatur meist nicht so komplex ist, gibt es natürlich dennoch sicherheitsrelevante Reparaturen, die man nur durch eine Fachwerkstatt oder mit ausreichendem Wissen machen sollte.

    Zudem sei darauf hingewiesen, dass die beigefügten Fotos die einzelnen Arbeitsschritte nicht darstellen.